Carsten Mohr (Geschäftsführer Metallfolien)

"Wir wollen weiter wachsen – nachhaltig und langfristig!"

Maschinenbauingenieur Carsten Mohr (45) ist Geschäftsführer der Business Unit Metallfolien. Er betreut somit jenen Unternehmensbereich, der spezialisiert ist auf dünnste Folien aus Kupfer, Kupferlegierungen, Nickel, Neusilber, Widerstandslegierungen und Feinsilber. Zuvor war der gebürtige Hesse mehr als 20 Jahre beim Technologiekonzern Heraeus in Hanau tätig, zuletzt als Business-Unit-Leiter und globaler Vertriebsleiter für Solarpasten. Im Interview erzählt er von seinem Einstieg bei SCHLENK, seinen Plänen und wie er neue Märkte erobern will.

Herr Mohr, Sie haben den Geschäftsführerposten der Business Unit Metallfolien und sind somit für rund 120 Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter zuständig. Wie ist der Betrieb aufgestellt?

Sehr gut! Wir wissen was wir tun und was wir können und sind solide im Geschäft aufgestellt. Zudem konnte ich über die Jahre in vielen Gesprächen feststellen, welch großen Erfahrungsschatz und welche enormen Detailkenntnisse die Mitarbeiter einbringen.

Sie waren vorher als Führungskraft für den Technologiekonzern Heraeus tätig. Inwiefern unterscheiden sich die Strukturen bei SCHLENK?

Zunächst einmal gibt es viele Gemeinsamkeiten, beide Unternehmen sind in Familienbesitz und solide finanziert. Ich freue mich nun sehr, Teil der SCHLENK Familie sein zu dürfen. Denn im Vergleich zu Großkonzernen haben wir hier kurze Wege. Man kann deshalb viel schneller reagieren, zum Beispiel bei der Markteinführung von neuen Produkten. An einigen Stellen geht es mir aber nicht schnell genug.

Welche Konsequenzen hat das für Ihre Strategie?

Ich will dafür sorgen, dass die Kommunikation zwischen den Abteilungen besser wird. Ganz konkret heißt das: Die Geschäftsleitung und der Vertrieb der Business Unit Metallfolien sind von Barnsdorf nach Bernlohe umgezogen. Dafür wurde ein bestehendes Gebäude komplett renoviert und aufgestockt. Ich will einfach näher an der Produktion sein.

Ist das Ihre Antwort auf den steigenden Wettbewerbsdruck in der Branche?

Wir müssen uns immer wieder selbst hinterfragen und Prozesse auf den Prüfstand stellen. Dazu gehört auch, die Erwartungen der Kunden nicht nur zu treffen, sondern zu übertreffen. Dazu müssen wir in allen Bereichen effizient arbeiten. In jedem Fall ist es notwendig, dass unsere Produktionsanlagen technisch auf einem guten Stand sind. Dies wollen wir mit maßvollen Investitionen sicherstellen.

Wohin geht die Reise der Sparte Metallfolien unter Ihrer Leitung?

Wir partizipieren am Wachstum bestehender Industrien wie der Automobilzulieferindustrie und der Elektronik, die wir beliefern. Die Lebenszyklen von einigen Produkten sind dort relativ lang, so dass wir eine gute Basis haben. Aber wir wollen weiter wachsen – nachhaltig und langfristig! Deshalb müssen wir uns auch in neue Bereiche vorwagen.

Mit welchen Ideen könnte die Business Unit Metallfolien in Zukunft auf den Markt gehen?

Wir könnten einen Schritt in der Weiterverarbeitung selbst übernehmen, zum Beispiel bei der Lamination. Hier bringt man einen Kleber oder ein Klebeband auf die SCHLENK-Metallfolie auf, so dass sie selbstklebend, also für den Kunden sofort nutzbar ist. Das heißt natürlich nicht, dadurch mit dem Kunden in Wettbewerb zu treten, sondern neue Ideen zu entwickeln. Kunden suchen heute mehr denn je nach Lösungen statt einfach nach Produkten.

Und wo sehen Sie das größte Potenzial für SCHLENK Metallfolien?

Ich sehe regionale Chancen in Deutschland und Europa, aber auch in den stark wachsenden Märkten in den USA und Asien. Wenn wir im Marketing und Vertrieb noch aggressiver vorgehen, können wir unsere Marktanteile vergrößern. Ich möchte Personal aufstocken, aber auch Schulungen können dazu beitragen, noch schlagkräftiger zu werden. Eine hohe Motivation und die Zufriedenheit aller Mitarbeiter ist mir nicht nur Herzensangelegenheit, sondern auch Basis für unseren Erfolg. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit!

Das Interview führte Monika Meyer


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