Joachim von Schlenk-Barnsdorf (CEO)

"Wir müssen es besser machen"

Herr von Schlenk-Barnsdorf, andere Unternehmen verlegen ihre Headquarter in hippe Großstädte. Warum halten Sie nach wie vor am Standort Barnsdorf fest?

Zum einen ist es unser Stammsitz, hier sind unsere Wurzeln, hier leben wir. Das andere ist natürlich, dass wir in Barnsdorf eine optimale Insel haben, auf der wir uns gut entwickeln können.

Aber auch vor dieser Insel machen die weltpolitischen Krisen nicht halt. Welche Auswirkungen hat zum Beispiel der Ukraine-Krieg auf das Unternehmen?

Wir unterhalten ein starkes Russlandgeschäft. Die Krise hat sich auf die Nachfrage unserer Produkte noch nicht ausgewirkt. Bei der Einführung von Sanktionen wären wir natürlich heftig betroffen.

Trotzdem fokussieren Sie verstärkt die so genannten BRIC-Staaten, also Brasilien, Russland, Indien und China. Die vier Buchstaben stehen für riesige Manpower und gigantische Absatzmärkte. Wo sehen Sie die größten Gefahren und Chancen für SCHLENK?

Die Gefahren für uns sind immer die politischen Rahmenbedingungen wie man ja auch an Russland sieht, wo man im Moment auch über die mögliche Enteignung westlicher Firmen spricht. Ansonsten erkenne ich in den Märkten und in der Kreativität der Menschen, die dort wohnen, großes Potenzial für uns als Kunden, Lieferanten und Arbeitgeber.

„Die Chinesen machen alles billiger“, heißt es immer. Wie kann man dem Wettbewerbsdruck standhalten?

Wir werden es nie billiger machen als die Chinesen, aber wir müssen es besser machen. Das gilt auch für den Service. Ich habe schon immer versucht, Asien als den wichtigsten Impulsgeber des 21. Jahrhunderts zu respektieren und mir im Klaren darüber zu sein, dass sich unser Unternehmen danach ausrichten muss.

Bei allem Weitblick hat Tradition schon immer eine große Rolle bei SCHLENK gespielt. Sie leiten die Firma in der vierten Generation. Wie sah das Unternehmen zu Zeiten Ihrer Vorfahren aus?

Das Unternehmen meines Urgroßvaters vor dem ersten Weltkrieg war bereits internationalisiert. Wir hatten eine große Tochter in den USA und schon damals sehr starke technologische Wurzeln sowie einen Mitarbeiterstamm, der bereits eine ganze Generation für uns tätig war.

Und wie steht der Konzern heute da?

Das Unternehmen hat sich weiterentwickelt und genau diese Stärken erhalten. Wir sind nach wie vor technologiebegeistert und mittlerweile global aufgestellt. Außerdem haben wir Familien, die teilweise in der vierten oder sogar fünften Generation bei uns beschäftigt sind.

Wie schaffen Sie es, die Mitarbeiter an sich zu binden?

Sie können sich bei uns weiterentwickeln, persönlich wie beruflich. Es ist uns auch wichtig, dass wir Frauen für technische Berufe begeistern.

Wie kann man sich konkrete Frauenförderung bei SCHLENK vorstellen?

Wir schauen sehr genau hin, ob eine Stelle auch mit einer Frau zu besetzen ist. Unser Betriebskindergarten wendet sich natürlich gleichfalls an erziehende Männer, bietet aber insbesondere Frauen die Möglichkeit, Beruf und Familie besser zu verbinden.

Hinter dem Unternehmer Joachim von Schlenk steckt natürlich auch ein Mensch aus Fleisch und Blut. Was ist Ihre persönliche Strategie, mit Stress umzugehen?

Am entspannendsten ist für mich alles, was mit Bergen zu tun hat – Mountainbiken oder Skifahren.

Was halten Sie für unverzeihlich?

Jede Form von Mobbing. Und Intoleranz, insbesondere Rassismus.

Was verabscheuen Sie am meisten?

Den Nationalsozialismus.

Ihre größte Jugendsünde?

Das behalte ich lieber für mich (schmunzelnd). Die beteiligten Personen leben aber noch…


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